Frau mit Einkaufstaschen

Evolution (Sony Pictures)

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4030521321830
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Mit einer spektakulären Geistervertreibung landete Komödienspezialist Ivan Reitman seinen größten Hit, doch die Geister, die er damit rief, wird er nicht mehr los. Reitmans neuer Film Evolution recyclt Typen und Handlungsmuster von Ghostbusters, setzt dem Zeitgeschmack folgend auf Verdauungshumor oder Slapstick und folgt, von Akte X-Star David Duchovny und einer ansehnlichen Effekteparade angeführt, einer Gewinnformel, die auch ohne großen gedanklichen Aufwand Zuschauermillionen möglich machen könnte. Von Horror- und Sciencefictionspezialist Don Jakoby (John Carpenters Vampire) in seinem ursprünglichen Drehbuch als Alien-Thriller konzipiert, machte Evolution titelgerecht die Entwicklung zur kommerziell wohl mehr versprechenden Buddy-Komödie durch. Weil mögliche Gruselreste getilgt wurden, Grausamkeiten sich allenfalls auf den Humor beschränken und im Bild, mit Ausnahme von durch eine Riesenamöbe flach gepresster Soldaten, niemand nennenswert Schaden erleidet, ist Evolution nahezu familientauglich. Der Titel des Films steht für seine originellste Idee, die Entwicklung des Lebens auf Erden durch außerirdischen Urschleim binnen weniger Tage wiederholen zu lassen und damit, angesichts extraterrestrialer Mutationen, die bisherige menschliche Dominanz zu gefährden. Wie mancher Klassiker des Sciencefiction-Genres eröffnet der Film mit einem Meteoriten, der als Träger einer außerirdischen Saat zuerst Neugier weckt, dann Schrecken sät. Der allerdings fällt schwerpunktmäßig harmlos komisch aus, wenn zwei Collegedozenten (David Duchovny, Orlando Jones) und ein überschaubar intelligenter Möchtegernfeuerwehrmann (Seann William Scott aus American Pie und Road Trip) sich den Kreaturen, die zunehmend monströser werden, entgegenstellen. Julianne Moore, sonst und auch zuletzt in Hannibal auf dramatische Rollen festgelegt, bildet als schusselige Wissenschaftlerin mit Jones schwarzem Clown und Scotts Hohlkopf - beides klassische Stereotypen- das Trio komischer Sidekicks für den smarten Verführer Duchovny. In einem realitätsfreien Raum beschränkt sich die Handlung des Films auf die Rivalität zwischen ziviler Wissenschaft und Militär sowie auf das explosive Wachstum des Alienschleims, der den Sprung vom Einzeller bis zum Congo-Primaten innerhalb weniger Tage bewältigt. Die menschlichen Stars treten allerdings deutlich in den Hintergrund, wenn die mutierenden Rivalen aus dem Computer die Bühne zu dominieren beginnen. Eindeutiger Höhepunkt in der Leistungsschau visueller Effekte ist der paläontologische Jurassic Park mit einem imposanten Saurierfriedhof, der Geburt einer Flugechse und deren anschließender Flugvorstellung in einer belebten Mall. Optisch setzt der Film hier zu früh seinen Höhepunkt, weil die am Ende über Arizona dahinkriechende Zellmasse, vor allem aber die Affenmenschen, die aus dem Kostümhandel, nicht aus dem Computer kommen, hinter den heutigen technischen Möglichkeiten zurückbleiben. Die derzeitige Evolutionsspitze, die Spezies Mensch, hätte man hier gerne in einer außerirdischen Mutation gesehen, was aber mit deren Auslöschung vielleicht moralische Fragen aufgeworfen hätte. So geht der Film mit seinem jetzigen Finale auf Nummer sicher, lässt sich in der Alienlockung- und -vernichtung vom absurden Ton von Mars Attacks inspirieren und schließt mit einem Werbespot, der gleichermaßen Selbstironie und Product Placement demonstriert. Wenn diese Mischung erfolgreich ist, darf damit gerechnet werden, dass die Evolution in einem Sequel ihre Fortsetzung findet. kob. Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag