Frau mit Einkaufstaschen

Sausage Party - Es geht um die Wurst (4K Ultra HD + Blu-ray) (Sony Pictures)

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29,99 €
inkl. gesetzl. Mwst.
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0774724
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Nur wo Wurst draufsteht, ist auch Wurst drin: Seth Rogen schickt in seinem ersten Animationsfilm die Lebensmittelabteilung eines Supermarkts auf großes Abenteuer. Aus ungeklärten Gründen wird Seth Rogen speziell in Deutschland nicht die Beachtung geschenkt, die er verdient hätte. Er ist eben nicht mehr nur der knuddelige, zugekiffte Dicke mit der Knödelstimme aus den Judd-Apatow-Komödien, die ihn vor einem Jahrzehnt einem großen Publikum vorgestellt haben, sondern längst eine regelrechte Ein-Mann-Industrie, der mit seinen Haschischschwaden geschwängerten Komödien ausreizt, was im Bereich der Mainstreamkomödie möglich ist - als hätte die von Brad Pitt gespielte Figur des dauerbekifften Floyd aus True Romance auf wundersame Weise den Arsch hochbekommen und die Filme, die sich ohnehin in seinem benebelten Hirn abspielen, zu Papier gebracht. In Das ist das Ende nahm Rogen sich und seine Buddys als abgezockte Hollywoodweichlinge im Angesicht der Apokalypse auf den Arm, mit The Interview provozierte er einen politischen Standoff mit Nordkorea, der zum Sony-Hack führte und schließlich Studiochefin Amy Pascal den Job kostete. Und während sich Comicfans noch auf Amazon Prime über Rogens Adaption des Kultcomics Preacher freuen dürfen, legt er im Kino - weiterhin für Sony - mit seinem ersten Animationsfilm nach, der durchaus in der Tradition der Freak Brothers steht und den typisch unerschrockenen Brachialhumor in eine Welt übersetzt, die bei einer durchkicherten Session mit illegalen Rauchwaren entstanden sein muss: Beschwingt werden die Lebensmittel in einem riesigen Supermarkt zu Leben erweckt, die am Vorabend des Unabhängigkeitstag darauf hoffen, von den Kunden - die sie Götter nennen - mitgenommen und jenseits der Eingangspforte ins gleißende Licht des Paradieses überführt zu werden. So besagt es die Mythologie. Dort wollen auch das sich vor Sehnsucht füreinander verzehrende Würstchen Frank und das Hotdog-Brötchen Brenda ihre Erfüllung finden und Vereinigung feiern. Das erinnert in der Prämisse ein bisschen an eine Mischung aus der Sperma-Episode in Woody Allens Was Sie schon über Sex wissen wollten und den Musicalnummern der Marx Brothers, entwickelt sich aber schon bald zu einem epischen Abenteuer im Stil eines nicht gerade jugendfreien Toy Story, in dem sich die Protagonisten auf eine ereignisreiche Odyssee einmal quer durch den Supermarkt begeben müssen und schließlich mit der Wahrheit konfrontiert werden, was sie jenseits der Mauern wirklich erwartet. Auf dem Weg begegnen ihnen streitbare jüdische und arabische Backwaren, ein lesbischer Taco und eine feindselige Intimdusche. Und am Ende wartet ein Aufstand der Geknechteten, der in einer der schönsten Massenorgien der Filmgeschichte mündet. Wenn Griffiths Geburt einer Nation das geahnt hätte! Das ist zum einen rasend komisch und unterhaltsam, aber eben nicht nur der Nonsens, dem scheinbar alles Wurst ist: Der Wahnsinn hat vielmehr Methode. Und offenbart hinter den irren Pointen und Einfällen und filmischen Verweisen einen wachen, klugen Geist, der einen Kosmos erträumt, in dem Gleichheit, gegenseitiger Respekt und Frieden möglich ist. ts. Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag