Come Around Sundown (Sony Music)

Come Around Sundown (Sony Music)

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0886977922626
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Das fünfte Album der Followill-Brüder und ihres Cousins geizt nicht mit Pathos und großen Gesten. Was hätten sie nach dem Multimillionenseller Only By The Night (2008) auch sonst tun sollen? Um einen oder zwei Gänge zurückschalten? Das wäre bestimmt eine reizvolle Perspektive gewesen. Doch wenn man an den gewaltigen Erfolg von Only By The Night anknüpfen will, kann nur noch Stadionrock à la U2 vielleicht eine Steigerung bringen, so vermutlich das Kalkül. Dieser Eindruck drängt sich zum Beispiel bei einem muskulösen und kraftstrotzenden Stück wie No Money auf. Dabei ziehen sich die Südstaatler allerdings ziemlich elegant aus der Affäre, und deshalb lebt zum Beispiel die erste Single, Radioactive, von ihrem repetitiven Gitarrenriff und dem einprägsamen Refrain. Wimmernde Gitarren und der krächzende Gesang von Caleb Followill, Verzerrungen im Sound und Weltschmerz auf höchstem Fegefeuerniveau prägen fast jedes der 13 neuen Stücke. Beim Track Mary klingt das allerdings besonders interessant: Der wirkt wie eine durchgeknallte Kooperation von Beach Boys und REM inklusive mehrstimmigem Gesang, Wurlitzer-Orgel, Saxophon und Wah-Wah-Gewaber. Von dieser Geschmacksrichtung hätte es gern mehr sein dürfen. Immer wieder viel Vergnügen bereitet die Gitarrenarbeit von Matthew Followill, der mit seinen typischen greinenden Melodielinien in den oberen Registern nicht geizt, aber auch sparsame Dub-Licks setzt, mit flächigem Vibrato Räumlichkeit und Weite beschwört oder in The Immortals auch mal den Sound des Riffs aus Norman Greenbaums Oldie Spirit In The Sky zitiert. Vor allem seine hypnotische Saitenarbeit trägt die Hymne an Back Down South auch Beach Side gewinnt seine verführerische bittersüße Kraft vor allem aus den Gitarrenläufen. Caleb Followill möchte man hingegen manchmal doch ein paar Hustenbonbons wünschen, auf dass sein Gesang geschmeidiger und flexibler werden möge. Jared Followill am Grummelbass und Drummer Nathan liefern wie gehabt eine solide Basis, die trotz schwerer Verankerung immer wieder ins Tänzeln gerät und so nicht unwesentlich zur Elastizität des Sounds beiträgt. Dank all dieser Zutaten dürfte Come Around Sundown unterm Strich sicher kaum weniger erfolgreich werden als der Vorgänger. Diesmal liegt das aber in erster Linie an der Wundertüte des Gitarristen Matthew Followill. Manfred Gillig-Degrave Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag